„Vegan Farmers“: Neue Vermarktungsplattform für biozyklisch-vegan erzeugte Lebensmittel
Der Markt für pflanzenbasierte Produkte wächst kontinuierlich. Mit ihm steigt auch das Interesse an Fragen der Herkunft, Transparenz und Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Während der Fokus bislang häufig auf Inhaltsstoffen und Verarbeitung lag, rückt zunehmend auch die landwirtschaftliche Erzeugung in den Blick.
Biozyklisch-veganer Anbau erweitert den Plant-Based-Ansatz
In diesem Kontext gewinnt der biozyklisch-vegane Anbau an Bedeutung. Der Ansatz verbindet ökologische Landwirtschaft mit einer konsequent pflanzenbasierten Erzeugung und verzichtet auf Betriebsmittel aus der Tierhaltung wie Gülle, Mist oder auch organische Düngemittel aus Schlachtabfällen (z. B. Hornspäne oder Feder-, Blut- oder Knochenmehle), welche im Ökolandbau standardmäßig zum Einsatz kommen. Stattdessen stehen rein pflanzliche Nährstoffkreisläufe, vielfältige Fruchtfolgen und der Aufbau einer dauerhaften Bodenfruchtbarkeit im Mittelpunkt.
Damit erweitert der biozyklisch-vegane Anbau den Nachhaltigkeitsanspruch des Plant-Based-Marktes auf die landwirtschaftliche Ebene und schafft zusätzliche Transparenz hinsichtlich der Herkunft pflanzenbasierter Lebensmittel.
„Vegan Farmers“ als Bindeglied zwischen Anbau und Markt
Ein Beispiel für diese Entwicklung ist das neue Vermarktungskonzept „Vegan Farmers“, das auf der Biofach 2026 vorgestellt wurde. Initiiert von der Moosfeld Gemüse GmbH, verfolgt das Projekt das Ziel, Produkte aus biozyklisch-veganer Erzeugung sichtbarer zu machen und neue Vermarktungswege für Erzeuger und Handel zu schaffen.
Im Zentrum steht eine Internet-Plattform, die Erzeuger, Verarbeiter, Handel und Konsumenten zusammenführt und Transparenz entlang der Lieferketten ermöglicht.
Das Konzept basiert auf zwei zentralen Vermarktungssäulen:
- Direktvertrieb über Veggie-Boxen: Verbraucher erhalten saisonale, vorkonfektionierte Gemüsepakete direkt nach Hause geliefert, entweder regelmäßig über ein Abo oder als Einzelbestellung.
- Integration in den stationären Handel über Veggie-Bags: Speziell für den Naturkosthandel entwickelte, vorverpackte Gemüsepakete werden über den Großhandel distribuiert und im Laden zur Abholung oder auch zum freien Verkauf bereitgestellt.
Ergänzt wird das Angebot durch erste verarbeitete Produkte wie Tomatenpüree oder Gemüsebrühe, die den Einstieg in eine erweiterbare Produktpalette markieren.
Skalierbarkeit und Branchenrelevanz
Das Projekt ist offen für weitere landwirtschaftliche Betriebe und Verarbeitungsunternehmen, die ihre Produkte über die Plattform unter der Marke „Vegan Farmers“ vermarkten möchten. Mit jedem zusätzlichen Partner wächst sowohl das Produktspektrum als auch die Marktreichweite.
Über die reine Vermarktung hinaus integriert das Konzept auch eine ethische Komponente: Ein Teil der Umsätze fließt in Lebenshöfe, also Orte, an denen Tiere befreit von menschlicher Nutzung bis an ihr natürliches Lebensende sicher leben dürfen, wodurch eine Verbindung zwischen Landwirtschaft, Konsum und Tierschutz geschaffen wird.
Impulse für den pflanzenbasierten Markt
Für Unternehmen und Akteure im Plant-Based-Sektor kann die stärkere Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Herkunft neue Differenzierungsmöglichkeiten eröffnen. Gleichzeitig erweitert das Konzept die Transparenz entlang der Wertschöpfungskette und ermöglicht es Konsumenten, Produktionsbedingungen besser nachzuvollziehen.
„Vegan Farmers“ zeigt, wie sich pflanzenbasierte Ernährung und ökologische Landwirtschaft enger miteinander verbinden lassen. Das Projekt steht exemplarisch für eine Entwicklung, bei der nicht nur das Produkt selbst, sondern auch seine Entstehung stärker in den Fokus rückt.
Damit liefert die Plattform einen Impuls für die Weiterentwicklung des pflanzenbasierten Marktes – hin zu mehr Transparenz, Nachvollziehbarkeit und systemischer Nachhaltigkeit.
Moosfeld Gemüse GmbH
Die Moosfeld Gemüse GmbH ist ein ökologisch wirtschaftender Gemüsebaubetrieb nahe des Bodensees mit über 30 Jahren Erfahrung im Bio-Anbau. Auf rund 40 Hektar Anbaufläche produziert das Unternehmen je nach Saison 50 bis 70 verschiedene Gemüsekulturen.
Geschäftsführer ist Jakob Mannherz, der zugleich Initiator und Gründer der Vermarktungsplattform „Vegan Farmers“ ist.
In den vergangenen Jahren hat sich der Betrieb konsequent in Richtung des biozyklisch-veganen Anbaus weiterentwickelt. Ziel ist eine Landwirtschaft ohne Betriebsmittel aus der Tierhaltung, die auf rein pflanzlichen Nährstoffkreisläufen und dem Aufbau langfristiger Bodenfruchtbarkeit basiert.
Die Vermarktung erfolgt über mehrere Kanäle: direkt über den eigenen Hofladen, auf Wochenmärkten und über Selbsternte-Angebote. Darüber hinaus beliefert der Betrieb regionale Händler und erschließt mit „Vegan Farmers“ neue Wege der Direktvermarktung.
