Der Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau e. V. auf der Biofach 2026

Wertschöpfung neu denken − bio und vegan von Grund auf 

Vom 10.–13. Februar 2026 war der Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau e. V. in Kooperation mit Biocyclic Vegan International auf der BIOFACH in Nürnberg unter dem Motto „Wertschöpfungsketten neu denken – bio und vegan von Grund auf“ vertreten. Die Organisation präsentierte sich an zwei Standorten innerhalb der Messe. Ein Stand befand sich im NGO-Bereich in Halle 9, der eine hohe Sichtbarkeit und einen kontinuierlichen Besucherstrom gewährleistete. Dies führte zu zahlreichen spontanen Begegnungen, inspirierenden Gesprächen und einem Austausch mit einem breiten Publikum. Der zweite Standort befand sich in der Expertenlounge BIOimSEH in Halle 7, einem speziell für Networking und Dialog eingerichteten Bereich innerhalb der BIOFACH, der Akteurinnen und Akteure aus der Bio-Branche zusammenbringt. Dieses Umfeld bot eine ruhigere und professionellere Atmosphäre für vertiefte Gespräche, bilaterale Treffen und strategischen Austausch. Zudem konnte die Organisation dort zwei fokussierte Veranstaltungen mit eingeladenen Stakeholdern durchführen und so die fachliche Zusammenarbeit sowie Partnerschaften weiter stärken.

Darüber hinaus beteiligte sich der Förderkreis am offiziellen Panelprogramm der BIOFACH. In diesen Veranstaltungen wurden die Zukunft der Bio-Wertschöpfungsketten, die Rolle veganer Landwirtschaft im Einzelhandel, in der Gastronomie und in nachhaltigen Ernährungssystemen sowie die Bedeutung einer engeren Zusammenarbeit zwischen der Bio- und der Veganbewegung thematisiert.

Die Präsenz auf der BIOFACH zeigte einmal mehr die wachsende Bedeutung des biozyklisch-veganen Anbaus innerhalb der Bio-Branche und darüber hinaus. Zentrales Ziel war es, das Bewusstsein bei professionellen Akteuren zu stärken, Partnerschaften auszubauen und neue Wege für den Marktzugang biozyklisch-veganer Produkte zu eröffnen. Zahlreiche Gespräche mit Interessierten aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel sowie aus NGOs und Wissenschaft verdeutlichten das zunehmende Interesse an pflanzenbasierten und tierhaltungsfreien Produktionssystemen als glaubwürdigen und zukunftsorientierten Ansatz.

Ein zentraler Schwerpunkt der diesjährigen Teilnahme war die neue Kooperation mit dem V-Label. Diese Partnerschaft trägt maßgeblich zur Sichtbarkeit veganer Landwirtschaft bei und stärkt die Verbindung zwischen Primärproduktion und Verbraucherkommunikation. Durch die Verknüpfung der Zertifizierung auf Betriebsebene mit einem etablierten Verbraucherlabel soll die Kooperation die Entwicklung transparenter und vertrauenswürdiger Wertschöpfungsketten unterstützen und die Bekanntheit biozyklisch-veganer Produkte auf europäischen Märkten erhöhen.

Auf der Messe wurde zudem erstmals das neue Konzept, die Marke und Marketingplattform Vegan Farmers in Deutschland vorgestellt. Die Initiative zielt darauf ab, die Marktposition biozyklisch-vegan wirtschaftender Betriebe zu stärken, indem eine gemeinsame Identität und ein Kommunikationsrahmen geschaffen werden, welcher die Primärproduktion direkter mit dem Bio-Fachhandel und den Endverbraucherinnen und -verbrauchern verbindet.

Ein weiteres wichtiges Thema war das wachsende Interesse von Gastronomie- und Cateringunternehmen an der Beschaffung von biozyklisch-veganen Zutaten. Mehrere Akteure äußerten die Absicht, solche Zutaten künftig systematischer einzusetzen und dies auch in ihrer Kommunikation gegenüber Gästen und Kundschaft hervorzuheben. Diese Entwicklung wird als wichtiger Schritt gesehen, um das Konzept „vegan ab Feld“ stärker in der professionellen Gemeinschafts- und Gastronomieverpflegung zu verankern und die Verbindung zwischen nachhaltiger Landwirtschaft und kulinarischer Innovation zu stärken.

Diese Chancen wurden auch in einer Podiumsdiskussion zur Zukunft der nachhaltigen Küche weiter vertieft, die die Gastronomie als strategischen Motor der Marktentwicklung hervorhob. Martina Vogl, Gründerin des Voglhaus-Konzepts in Konstanz, gab praxisnahe Einblicke in den Aufbau einer erfolgreichen pflanzenbasierten Hospitality-Marke und zeigte, wie sich Nachhaltigkeit in ein klares Wertversprechen für Gäste übersetzen lässt. Unterstützt wurde sie von Balázs Tarsoly, Branding-Spezialist und Autor von Zukunftsküche, der das wachsende Marktpotenzial nachhaltiger Gastronomie, die Bedeutung einer klaren Markenpositionierung sowie die Rolle von Storytelling für Differenzierung und langfristige Kundenbindung erläuterte. Gemeinsam unterstrichen sie, wie der biozyklisch-vegane Ansatz Gastronomie- und Foodservice-Unternehmen dabei unterstützen kann, auf veränderte Konsumentenerwartungen zu reagieren und zugleich ihr Wettbewerbsprofil zu stärken

Gespräche mit großen Ackerbaubetrieben zeigten, dass erstmals eine realistische Perspektive besteht: In den kommenden Jahren könnten größere Mengen zertifizierter biozyklisch-veganer Rohstoffe verfügbar werden.Diese Aussicht dürfte Verarbeitungsunternehmen mehr Sicherheit geben, in die Entwicklung vollständig veganer Produkte auf Basis zertifiziert veganisch erzeugter Rohstoffe zu investieren. Die Perspektive verlässlicher Lieferketten stellt einen wichtigen Meilenstein für die Professionalisierung und Skalierung des Sektors dar.

Darüber hinaus trug das Programm der BIOFACH zu einem intensiveren Dialog zwischen der Bio- und der Veganbewegung bei. Es wächst das Bewusstsein, dass beide stärker zusammenarbeiten müssen, um globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust und einer ethisch verantwortungsvollen Lebensmittelproduktion zu begegnen. In diesem Zusammenhang wird der biozyklisch-vegane Anbau zunehmend als konsequenter Ansatz wahrgenommen, der die Prinzipien des ökologischen Landbaus mit den ethischen Grundlagen des Veganismus verbindet und als Brücke zwischen beiden Bewegungen dienen kann.

Die Veranstaltung führte außerdem zu neuen Kontakten mit Landwirtinnen und Landwirten, die an einer Umstellung und Zertifizierung interessiert sind. Viele Fachbesucher zeigten großes Interesse an den praktischen und wirtschaftlichen Aspekten des biozyklisch-veganen Ansatzes, was die Bedeutung weiterer Informations-, Schulungs- und Beratungsangebote unterstreicht.

Insgesamt erwies sich die BIOFACH 2026 als eine sehr inspirierende und zukunftsweisende Veranstaltung. Sie machte das kontinuierliche Wachstum der biozyklisch-veganen Bewegung deutlich und bestätigte, dass ihre Stimme innerhalb der Bio-Branche, der Lebensmittelwirtschaft und der Gesellschaft insgesamt zunehmend Gehör findet. Die Perspektiven für die zukünftige Entwicklung, Zusammenarbeit und Marktausweitung sind vielversprechend und unterstützen den weiteren Wandel hin zu nachhaltigen, pflanzenbasierten und ethisch konsistenten Ernährungssystemen.

Veranstaltungen zum biozyklisch-veganen Anbau auf der BIOFACH 2026

Erlebniswelt PLANETARY HEALTH (Halle 9, Stand 9-161) 

In der Erlebniswelt Planetary Health ist der Förderkreis mit zwei Podiumsdiskussionen vertreten, die biozyklisch-vegane Produkte als Pionierkonzept für Handel und Gastronomie positionieren: 

    • Pionierprodukt biozyklisch-vegan: Mehrwert für Handel, Kundschaft und Planet 
      Dienstag, 10. Februar 2026 | 11:00-11:45 Uhr 

In dem Gespräch wird diskutiert, warum biozyklisch-vegane Produkte ein zukunftsweisendes Pionierkonzept sind und weshalb sie für Handels- und Verarbeitungsunternehmen entlang der gesamten Bio-Wertschöpfungskette mittelfristig von wachsendem Interesse sein dürften. 

Podiumsdiskussion mit Jonathan Mesecke (Geschäftsführer Naturkost Elkershausen GmbH, Göttingen) und Daniel Hausmann (Betriebsleiter Biohof Hausmann, Rochlitz, Sachsen) | Moderation Alina Gieseke

  • Nachhaltige Küche neu gedacht: Chancen, Trends und Stories für die Gastronomie
    Donnerstag, 12. Februar 2026 | 13:00-13:45 Uhr 
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Welche Nachhaltigkeitstrends prägen die Gastronomie von morgen – und wie kann der biozyklisch-vegane Ansatz fördernd dazu beitragen? Zwei Experten diskutieren Marktpotenzial, Markenbildung und Praxiserfahrungen. Mit einem ermutigenden Blick auf die Gastronomie von heute und morgen. 

Podiumsdiskussion mit Martina Vogl (Gründerin des Voglhauses in Konstanz) und Balázs Tarsoly (Agentur Branding Cuisine und Autor des Buches „Zukunftsküche“) | Moderation Alina Gieseke

bioPress-Expertenlounge am Meeting-Point BIOimSEH (Halle 7, Stand 7-641)

In der bioPress-Expertenlounge am Meeting-Point BIOimSEH stehen zwei weitere Präsentationsveranstaltungen mit anschließender Diskussion im Zeichen des Aufbaus starker Partnerschaften und neuer Absatzwege für biozyklisch-vegane Produkte. 


  • Vegan Farmers − Produkte aus biozyklisch-veganem Anbau im Naturkosthandel
    Mittwoch, 11. Februar 2026 | 13:30-14:30 Uhr 

Mit „Vegan Farmers“ entsteht ein neues Vermarktungskonzept, das biozyklisch-veganen Erzeugerbetrieben den direkten Zugang zu Handel, Gastronomie und Endkundschaft eröffnet – transparent, partnerschaftlich und zukunftsfähig. Zwei Partnerbetriebe stellen dieses von ihnen initiierte Konzept vor.

Präsentation von Jakob Mannherz (Moosfeld Gemüse GmbH, Singen-Bohlingen,Baden-Württemberg,) und Daniel Hausmann (Biohof Hausmann, Rochlitz/Sachsen) mit anschließender Diskussion


  • Mehr als Bio: Wie das V-Label vegane Landwirtschaft sichtbar macht
    Donnerstag, 12. Februar 2026 | 11:00-12:00 Uhr 

Im Rahmen der Veranstaltung wird eine neue strategische Kooperation vorgestellt, die bio und vegan auf landwirtschaftlicher Ebene verbindet, damit eine bisherige Lücke schließt und neue Synergien sowie Marktpotenziale für Bio-Produkte aus biozyklisch-veganer Landwirtschaft eröffnet. 

Präsentation von Axel Anders (Förderkreis Biozyklisch-Vegane Anbau e. V.) mit anschließender Diskussion

Unsere Teilnahme an der Biofach wird gefördert durch die Stiftung Natur im Leben und die Bastet-Stiftung Hamburg.