Studie des Umweltbundesamts identifiziert biozyklisch-veganen Anbau als Nische mit hohem Nachhaltigkeits- und Transformationspotential

In einer im letzten Jahr vom Umweltbundesamt veröffentlichten Studie „Nischeninnovationen in Europa zur Transformation des Ernährungssystems – NEuropa“ wurde der biozyklisch-vegane Anbau als eine der „Nischen mit hohem Nachhaltigkeitspotenzial“ in Europa beschrieben. Die Studie analysierte 22 verschiedene Nischeninnovationen in Europa von „Agrarökologie-Schulen“ bis „soziale Landwirtschaft“, um erste positive Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern zu identifizieren und auf Deutschland zu übertragen. Das Profil für die biozyklisch-vegane Landwirtschaft finden Sie auf den Seite 39-41 der Studie.

In einer zweiten Studie „Nischen des Ernährungssystems: Bewertung des Nachhaltigkeits- und Transformationspotenzials innovativer Nischen des Ernährungssystems in Deutschland“ gehörte der biozyklisch-vegane Anbau zu der Gruppe, die in Bezug auf das Nachhaltigkeits- und Transformationspotenzials die höchste Punktzahl erreichte.

Gesamtfazit:

„Unter bio-veganer Landwirtschaft wird ein ökologischer Landbau verstanden, der auf die Haltung von Nutztieren sowie die Verwendung tierischer Betriebsmittel (Dünger, Präparate) verzichtet. Anstelle von tierischen oder synthetischen Düngemitteln wird u.a. pflanzlicher Kompost, Gründüngung oder Mulch auf pflanzlicher Basis verwendet. Der Einsatz von biozyklischer Humuserde kann zu vergleichsweise hohen Erträgen führen. Zudem sind mit der bio-veganen Landwirtschaft zahlreiche direkte und indirekte ökologische Vorteile verbunden, wie relativ geringere Ressourcenverbräuche (Wasser), Emissionen (THG- Emissionen, Ammoniakemissionen) sowie Einträge von Pestizidrückständen, Gülle und Tierarzneimitteln. Das Nachhaltigkeitspotenzial kann daher als sehr hoch eingestuft werden, allerdings sind derzeit ökonomische Nachteile in Form höherer Produktionskosten noch zu reduzieren. Das Transformationspotenzial wird in Bezug auf einige Aspekte als sehr positiv erachtet, wie beispielsweise die tiefgreifende und integrierende Konzeption, die vorhandene Infrastruktur des Biolandbaus und unterstützende gesellschaftliche Megatrends. Gleichzeitig werden u.a. aktuell das Fehlen gesellschaftlicher Debatten und großer Unterstützerzahlen bei Konsumenten und Konsumentinnen noch als Hemmnisse eingeschätzt. Durch Anknüpfungspunkte mit SoLaWi und Regionalwert AG kann sich der regionale Charakter verstärken. Eine Änderung der Düngeverordnung hinsichtlich des Umgangs mit länger gelagertem Kompost würde die Entwicklung der Nische unterstützen.“ (Nischen des Ernährungssystems: Bewertung des Nachhaltigkeits- und Transformationspotenzials innovativer Nischen des Ernährungssystems in Deutschland, Seite 39)

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